Diese sechs Republikaner stellten sich bei den Zöllen gegen Donald Trump
Mehrere Abgeordnete der Republikanischen Partei haben Donald Trump im Repräsentantenhaus die Stirn geboten und ein Votum gegen die von ihm verhängten Kanada-Zölle unterstützt.
Die Mehrheit kam nur zustande, weil neben fast allen Demokratinnen und Demokraten auch sechs Republikaner für eine Resolution stimmten, die bestimmten Zöllen gegen das Nachbarland die Grundlage entziehen soll.
Dass es bei der Abstimmung über einen so elementaren Pfeiler von Trumps Politik gleich mehrere Abweichler in den eigenen Reihen gibt, ist bemerkenswert.
Das sind die sechs Republikaner, die sich gegen Trump gestellt haben – und damit droht ihnen der US-Präsident nun:
Thomas Massie, Kentucky
Thomas Massie fiel in letzter Zeit immer mehr als Trump-Kritiker auf. Er gilt (gemeinsam mit dem demokratischen Abgeordneten Ro Khanna) als treibende Kraft hinter der Offenlegung der Epstein-Files. Trump nannte ihn im Dezember sinnbildlich auf Truth Social auch schon «Abschaum».
Imagine celebrating a blessed Christmas with your family… suddenly phones alert everyone to the most powerful man in the world attacking you… for fulfilling his campaign promise to help victims!
— Thomas Massie for Congress (@MassieforKY) December 26, 2025
"plus one lowlife Republican, Massie”
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Don Bacon, Nebraska
Auch Don Bacon gilt als parteiinterner Kritiker und hat sich bereits mehrere Male gegen Trump gestellt. Als zum Beispiel Ende Dezember Gerüchte über eine mögliche ukrainische Drohnenattacke auf die Residenz von Putin die Runde machten und Trump dies ohne konkrete Beweise verbreitete, schrieb Bacon: «Präsident Trump und sein Team sollten sich zunächst über die Fakten informieren, bevor sie Schuldzuweisungen machen. Putin ist als dreister Lügner bekannt.»
President Trump and his team should get the facts first before assuming blame. Putin is a well known boldface liar. https://t.co/wHf1HXWcGM
— Rep. Don Bacon 🇺🇸✈️🏍️⭐️🎖️ (@RepDonBacon) December 29, 2025
Kevin Kiley, Kalifornien
Unbekannter ist dagegen der Abgeordnete Kevin Kiley. In einem Interview mit CBS sagt er, dass er für das Votum gegen die von Trump verhängte Kanada-Zölle stimmte, weil es «ein Versuch ist, dem Parlament die Macht zu entziehen». Er verweist dabei auf das Check-and-Balance-Prinzip und argumentiert mit der Gewaltenteilung. Kiley betont allerdings auch, dass er nicht grundsätzlich gegen Trumps Zollbegehren ist.
Jeff Hurd, Colorado
Ebenfalls gegen Trump gestimmt hat der Republikaner Jeff Hurd. Der Abgeordnete aus Colorado argumentiert dabei ähnlich wie Kevin Kiley. Auch er betont, dass eine Zollpolitik gemäss der Verfassung Aufgabe des Parlaments sei: «Es war keine einfache Entscheidung, aber ich stehe dazu.» Auf die Frage, ob er nun Angst vor einer Reaktion des US-Präsidenten habe, sagt er: «Ich weiss nicht, wir werden sehen. Grundsätzlich hat Trump ja recht, aber wir müssen uns nach der Verfassung richten.»
Brian Fitzpatrick, Pennsylvania
Brian Fitzpatrick galt in den republikanischen Reihen eigentlich als «Teamplayer» – bis zur Debatte über die US-Gesundheitsreform und Obamacare-Subventionen letzten Jahres. Damals war er der erste aus den Reihen der Republikaner, der sich offen gegen die Pläne stellte, die Subventionen gegen Ende 2025 auslaufen zu lassen. Seither politisierte Fitzpatrick wieder stramm auf Parteilinie – bis zur Abstimmung über die Zölle.
Dan Newhouse, Washington
Ebenfalls gegen Trump gestimmt hat der Abgeordnete Dan Newhouse. Er verteidigt sein Vorgehen vor allem mit der engen Beziehung und der wirtschaftlichen Bedeutung zum Nachbar Kanada: «Kanada ist der zweitgrösste Exportmarkt unseres Bundesstaates, in den jedes Jahr Waren aus Washington im Wert von mehreren Milliarden Dollar verkauft werden.» So seien die Preise für Betriebsmittel und Ausrüstung der landwirtschaftlichen Erzeuger weiter gestiegen und die Gegenzölle hätten der Bier-, Wein- und Spirituosenindustrie geschadet.
Trump wütet auf Truth Social
Die Republikaner haben eine knappe Mehrheit in der Parlamentskammer, welche durch die sechs oben aufgeführten Politiker ausgehebelt wurde. Der Präsident hatte bis zuletzt versucht, Einfluss auf die eigene Partei zu nehmen und das Votum zu verhindern. Auf der Plattform Truth Social schrieb er, dass jeder Republikaner im US-Parlament, welcher gegen Zölle stimme, die Konsequenzen bei kommenden Wahlen zu spüren bekommen werde.
Faktisch hat das Ergebnis der Abstimmung aber eher symbolischen Wert: Denn um die betroffenen Zölle zurückzunehmen, müsste noch der Senat als zweite Parlamentskammer zustimmen. Und danach müsste Trump selbst seine Unterschrift unter die Resolution setzen. Damit ist kaum zu rechnen, zumal Zölle ein Kerninstrument seiner Handelspolitik sind.
Vor einem Jahr hatte der Präsident per Dekret einen 25-Prozent-Zollsatz auf den Import von Waren aus Kanada angeordnet. Damit wollte er den Druck auf die Regierung des Nachbarlands erhöhen, die aus seiner Sicht zu wenig dagegen tut, dass Drogen über die Grenze in die USA gelangen. Trump begründete die Zölle damit, dass es infolge dieses Drogenschmuggels einen nationalen Notstand gebe. In der von den Demokraten ins Repräsentantenhaus eingebrachten Resolution wird dieser angebliche Notstand für nichtig erklärt.
Mit Material der sda.
